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Wasserburg

Anno 1182 erhielt Hermann von Schöller von 2 Kölner Stiftsherren des Stiftes St. Gereon den Hof zu Düssel. Aus der Pachturkunde geht hervor, dass Düssel schon im 12. Jh. Oberhof eines Hofesverbandes war. Hieraus entwickelte sich der Rittersitz Düssel, auf dem seit dem 14. Jh. das Geschlecht der Herren von Düssel in Erscheinung trat.

Hermann von Düssel scheint ein rauf- und raublustiger Herr gewesen zu sein. Im Jahre 1405 sagte ihm die Stadt Köln die Fehde an. Den gleichen Fehdespruch traf seine Nachbarn Hermann von Aptrode und Wilhelm von Schöller. Bekanntlich waren in jener Zeit die ritterlichen Tugenden mehr und mehr in Vergessenheit geraten, so dass viele Ritter zu Raubritter wurden. Reiten und Rauben ist keine Schand’, das tun selbst die besten im Land ! So sah man die Schnapphähne Hermann von Düssel, Hermann von Aprath und Wilhelm von Schöller mit ihren berittenen Spießgesellen im Hinterhalt lauern, dort, wie die Kölnische Straße sich über den Kamm des Höhenrücken westlich der Düssel dahin zieht. Kölner Kaufleute benutzen diesen uralten Handelsweg, um ihre Waren vom Rhein zur Ruhr nach Werden und Essen zu schaffen oder um sie auf der östlich abzweigenden Straße zur alten Reichstadt Soest zu bringen. Wilder Jubel erfüllte dann wohl den stillen Talgrund, wenn es den Stegreifrittern gelungen war, ein paar der Kölnischen Pfeffersäcke in ihre Wassernester Düssel und Aprath geschleppt zu haben. Nur gegen schweres Lösegeld gab man ihnen die Freiheit wieder.

Um 1550 war das Haus Düssel im Besitz des Ritters Matthias von Diepenbruck, genannt Rauftesch. Am Himmelfahrtstag 1570 brannten nach einem Beschuss von den Franzosen die Fachwerkhäuser in Düssel ab. Die Wasserburg blieb aber wegen des Wassergrabens vom Brand verschont.

Heute ist der Wassergraben ausgetrocknet. Nach dem Tode von Adam Rauftesch stritten sich viele Adelsgeschlechter um den Rittersitz. Später ging das Anwesen dann in privaten Besitz über.

Ab 1865 war Haus Düssel Eigentum der Familie Greef. Der Wassergraben, der einst die gesamte Burganlage umschloss, war ein Rest der mittelalterlichen Wehranlagen.

Die bis heute erhaltene Vorburg mit den Stallungen stammt aus dem Jahr 1786.